GrĂŒnder von emax digital đ„Erfolgreicher auf Amazon verkaufen
Das MĂŒnchner Startup emax digital bietet eine Software an, mit der Markenentscheider ihre Werbeausgaben auf Amazon optimieren können. Wir haben mit den GrĂŒndern Dominik Pietrowski, Andreas Kleofas und Dimitri Dumonet darĂŒber gesprochen, wie emax digital zum âGame Changerâ fĂŒr Digital Retail Media werden soll.

Dominik Pietrowski, Andreas Kleofas und Dimitri Dumonet (v.l.)
âUnser Ziel ist es, anhand smarter Technologie Marken zu helfen, ihr Amazon Business besser zu verstehen und die dort gewonnen Daten so effizient einsetzen zu können, dass sie ihre Produkte erfolgreicher auf Amazon prĂ€sentieren, bewerben und verkaufen könnenâ, bringt Co-GrĂŒnder Dominik Pietrowski im Interview mit Location Insider das GeschĂ€ftsmodell von emax digital auf den Punkt. âDenn es gewinnt derjenige, der ĂŒber die qualitativ hochwertigsten Daten verfĂŒgt und diese am besten versteht.â Dazu hat emax digital eine KI-gestĂŒtzte Reporting- und Analyse-Software entwickelt.
Besserer Markenauftritt Dank KI
Die Software von emax digital soll fĂŒr beide Arten von MarkenprĂ€senzen auf Amazon hilfreich sein. âEinerseits betreuen wir Vendoren, die ihre Produkte im Rahmen einer GroĂhandelsbeziehung an Amazon verkaufen und Amazon verkauft die Produkte dann weiter. Andererseits haben wir auch Seller als Kunden: Das sind Markenhersteller, die Amazon als Marktplatz nutzen, um ihre Produkte dort selbst zu verkaufenâ, sagt Pietrowski.
Doch wie genau kann die Plattform von emax digital Marken helfen, auf Amazon erfolgreich zu sein? Co-GrĂŒnder Andreas Kleofas erklĂ€rt: âUnsere Plattform macht im ersten Schritt etwas, was sowohl Marken in der GroĂhandelsbeziehung zu Amazon hilft als auch denen, die direkt ĂŒber Amazon verkaufen, nĂ€mlich Daten von Amazon auszulesen und gezielt auszuwerten.â So könne die Plattform von emax digital zum Beispiel Suchergebnisse analysieren. Ein Beispiel: Wenn Endkunden nach âelektrische ZahnbĂŒrsteâ auf Amazon suchen, zeigt Amazon Ă€hnlich wie eine Suchmaschine relevante Produkte fĂŒr diesen Suchbegriff an. Doch das Ranking der Produkte Ă€ndert sich immer wieder. âUnsere Software liest diese Suchergebnisse sehr kontinuierlich und in einer hohen Frequenz aus und erfasst dabei Dinge wie Pricing, Kundenrezensionen oder auch die ProduktdarstellungsqualitĂ€tâ, so Kleofas weiter. âMithilfe KĂŒnstlicher Intelligenz erstellt sie einen Benchmark â und kann so Marken unterstĂŒtzen, zunĂ€chst die eigene Sichtbarkeit in den Amazon-Suchergebnissen zu analysieren und diese im zweiten Schritt dann zu verbessern.â
Performance-Optimierung: "Was frĂŒher der Berater machte, erledigt heute unsere Software"
Zudem kann emax digital ĂŒber eine offizielle API (Schnittstelle) von Amazon die Werbekampagnendaten seiner Kunden auslesen und dann ĂŒber die eigene Plattform analysieren. âDas heiĂt, im Auftrag der Marke holen wir uns alle Informationen, zum Beispiel wie viel Geld gebe ich in Werbung aus, wie viel Umsatz bringt mir das, wie viele Klicks generiere ich, also typische Performance-KPIsâ, erlĂ€utert Kleofas.
Im dritten Schritt verbindet sich emax digital dann im Auftrag seiner Kunden mit den beiden Amazon Handelsplattformen Vendor Central (fĂŒrs GroĂhandelsmodell) und Seller Central (fĂŒrs Marktplatz-Modell). DarĂŒber können Amazon-Partner ihre Produkte einpflegen und das Pricing definieren. âWir sammeln also aus verschiedensten Quellen die Daten, visualisieren diese mit unserer Plattform und geben anschlieĂend Handlungsempfehlungenâ, so Kleofas. SchlieĂlich falle es Marken oft sehr schwer, aus der Datenflut beispielsweise herauszufiltern, dass die Sichtbarkeit der eigenen Produkte in der Suche schlechter wird und was man dagegen tun kann. âWas bis dato Berater manuell machen, digitalisieren wir gerade, also einerseits das Datensammeln und andererseits die Handlungsempfehlungen, die es bei emax digital automatisch gibt. Das heiĂt, der Markenhersteller loggt sich bei uns ein und sieht dann, das ist meine Abverkaufs-Performance, meine Sichtbarkeit und was kann ich jetzt tun, eins, zwei, drei, das sind die Handlungsempfehlungen. Auch wenn wir das noch nicht hundert Prozent automatisieren konnten, so sind wir doch auf dem besten Weg dorthin.â
1,4 Millionen Euro Funding
Um die Plattform schnell weiterzuentwickeln und die Handlungsempfehlungen noch besser zu automatisieren, hat emax digital daher bereits ein 10-köpfiges Produktentwicklungs- und IT-Team aufgebaut, wie Co-GrĂŒnder und IT-Chef Dimitri Dumonet verrĂ€t. Insgesamt ist emax digital bereits 20 Köpfe stark â und konnte sich fĂŒr die weitere Expansion jĂŒngst in einer Seed-Runde 1,4 Millionen Euro vom High-Tech GrĂŒnderfonds (HTGF), Bayern Kapital und den Business Angels Dirk Freytag und Arndt Groth sichern.
Doch wie kam es zur GrĂŒndung von emax digital? âAndreas hat acht Jahre bei Amazon gearbeitet und ich sechs Jahreâ, erzĂ€hlt Dominik Pietrowski. âIn dieser Zeit waren die Fragestellungen und die Probleme von den groĂen Marken im Grunde immer die gleichen. Wie komme ich an gute Daten? Was sagen mir diese Daten? Wie arbeite ich am effizientesten mit Amazon? Irgendwann haben Andreas und ich dann gesagt: Wir kennen die Probleme der Marken â lass uns auf eigene Faust starten und ihnen Lösungen bieten! Dann kam Dimitri dazu und es konnte losgehen.â
Wie Amazon "Kopfgondeln" in die Sucherergebnisse ĂŒbertrĂ€gt
Um Markenherstellern zu erklĂ€ren, wie sich der Verkauf mit Amazon gestaltet, hilft ein Vergleich mit Regalen in LadengeschĂ€ften: âIm stationĂ€ren Handel kannst du âKopfgondelnâ kaufen. Das sind Top-Platzierungen, ĂŒber die viel zwischen Marken und HĂ€ndlern verhandelt wird. Dort sind die Topmarken im Vorteil gegenĂŒber anderen Marken. Wenn wir das jetzt mal mit E-Commerce auf Amazon vergleichen, gibt es dort aber auch fĂŒr kleinere Player eine Chance, Top-Platzierungen zu bekommen: Einerseits haben diese durch gute Produktdarstellungen und Rezensionen sowie niedrige Preise die Chance eine gute Platzierung zu bekommen. Andererseits erscheinen mittlerweile in den Suchergebnissen oft ein Drittel Werbeplatzierungen, denn Amazon baut Digital Retail Media als GeschĂ€ftsfeld massiv ausâ, sagt Pietrowski. Die ersten Suchergebnisse seien heute oftmals alle werbefinanziert. âWenn man dann dort als Marke mit den besten Produkten nicht dafĂŒr sorgt, dass man bei Suchanfragen nach entsprechenden SchlĂŒsselwörtern erscheint und das auch mit finanziellen Mitteln fĂŒr Werbung, laufen einem kleinere HĂ€ndler, die vielleicht offline gar nicht existieren, schnell den Rang abâ, warnt er. FĂŒr die ist das natĂŒrlich eine Chance.
In den nĂ€chsten Monaten will emax digital seine Plattform weiter verfeinern und ausbauen, gerade was die automatischen Handlungsempfehlungen angeht. Den drei GrĂŒndern ist aber natĂŒrlich klar, dass viele Marken im E-Commerce nicht nur via Amazon verkaufen. Daher will das MĂŒnchner Startup seine Lösung perspektivisch auch auf weitere Plattformen wie Shopify oder die MarktplĂ€tze von Otto und Zalando erweitern. âDa Amazon aber nicht nur bei uns, sondern auch international so stark ist, dass das Unternehmen fĂŒr die meisten Hersteller einfach der wichtigste Marktplatz ist, wird der OnlinehĂ€ndler natĂŒrlich auch fĂŒr uns im Fokus bleibenâ, resĂŒmiert Dumonet.
